Jeet Kune Do, Bruce Lee, Chi Sao und Trapping

 

Es gibt Kampfkunstarten die fast völlig auf Trapping basieren. Hier geht es jedoch nicht um die, sondern um das Jeet Kune Do und Bruce Lee im Zusammenhang mit dem Chi Sao und Trapping.

Zunächst mal, was ist Trapping. Nun, Trapping ist einfach beschrieben, ein Wegschlagen oder wegziehen der Hand des Gegners um ihn dort zu kontrollieren und gleichzeitig eine Angriffslinie freizumachen. Chi Sao ist ein Drill indem eben Trapping traininert wird. In der "Jeet Kune Do" Welt ist Trapping weit verbreitet, obwohl der Gründer der Kampfkunst, Bruce Lee dieses in der Anwendung und im Training verworfen hat. Sicherlich gab es die Zeit, in der er dieses trainiert hat, das ist unbestreitbar. Er kam ja auch aus der Kampkunst Wing Chun. Nichtdestotrotz ist es ebenfalls unbestreitbar, dass er dieser Kampkunst der Rücken gekehrt hat.

Das hängt damit zusammen, dass er nach einiger Kampferfahrung der Meinung war, dass WC zu viele Einschränkungen habe und, dass es viel zu kompliziert sei. Das macht durchaus Sinn, den drei tragende Säulen des Jeet Kune Do sind, Einfachheit, Direktheit und Wirtschaftlichkeit der Bewegung. Das Trapping wiederspricht diesen Punkten stark.

Grundsätzlich ist es so, dass anstatt eine Linie freizumachen, indem man zum Beispiel die blockende Hand des Gegners wegschlägt oder wegzieht, es viel direkter ist eine andere Öffnung direkt anzugreifen. Das gibt dem Gegner weniger Zeit zu reagieren und man ist selber nicht am Gegner gebunden. Denn, wenn man den Gegner trappt, trappt man gleichzeitig auch sich selbst. Die eigene Hand, die die Hand des Gegners berührt ist erstmal für diesen Moment festgesetzt, sie kann keine Deckungsarbeit leisten und es entstehen Öffnungen bei einem Selbst. Hinzukommt, dass man dadurch die eigene Schlagwirkung beschränkt, denn man kann so nicht das volle Gewicht in den Angriff hineinlegen, weil die trappende Hand einen daran hindert, man will den Gegner mit Druck kontrollieren.

Dazu kommt, dass die Anwendung der Beinarbeit und die dadurch resultierende Mobilität im Jeet Kune Do das Trapping überflüssig macht. Trapping ist eher eine statische Sache und ist stark davon abhängig, dass der Gegner auch statisch bleibt. Daher ist es sehr schwierig bewegliche Gegner und Angriffe die aus allen Winkeln kommen zu trappen, insbesondere wenn der Gegner seine Angriffe durchzieht oder sofort zurückzieht. Trapping funktioniert am besten, wenn der Gegner mit einem geraden Schlag angreift und am besten den Schlag lang genug in seiner Endposition stehen lässt. Wenn die Angriffe aus allen Winkeln kombiniert kommen, mit vollem Druck und Geschwindigkeit, wird das mit dem Trapping eher ein Ding der Unmöglichkeit.

Bruce Lee hat das erkannt, als er versuchte an Gegnern kleben zu bleiben, die sich dabei wegbewegt und nicht „mitgemacht“ haben. In seinen Worten danach dazu: “This shit doesn’t work“.